| Aktuell / SEV Zeitung

Noch lange nicht pensionsreif? Dann gestalten wir unsere Arbeitsbedingungen selbst mit.

Liebe Mitglieder, dieser Artikel richtet sich insbesondere an diejenigen unter euch, die noch einige Fahrpläne, Dienstpläne und Arbeitsjahre vor sich haben. Ihr wollt, dass sich der SEV auch ausdrücklich für eure Anliegen einsetzt? Dann brauchen wir euch, eure Meinung und eure Stimme.

Denn nicht alle Generationen haben dieselben Bedürfnisse und Prioritäten. Was für die einen selbstverständlich oder längst erreicht ist, kann für andere noch immer ein wichtiges Anliegen sein. Wenn wir wollen, dass sich der SEV auch für die Lebens- und Arbeitsrealitäten jüngerer Mitglieder einsetzt, müssen diese Realitäten in der Gewerkschaft sichtbar sein.

Nehmen wir beispielsweise die Work-Life-Balance. Wer heute mehr Wert auf ausreichend Erholung, planbare Freizeit und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben legt, stösst möglicherweise auf andere Vorstellungen als jene, die ihre eigenen Arbeitsjahre unter ganz anderen Bedingungen erlebt haben. Aussagen wie «Wir hatten damals auch nur fünf Wochen Ferien» oder die Vorstellung, die heutige Jugend sei schlicht zu anspruchsvoll, helfen dabei wenig. Die Arbeitswelt verändert sich – und mit ihr die Bedürfnisse der Menschen, die in ihr arbeiten.

Ähnlich verhält es sich mit der Teilzeitarbeit. Wer finanziell gut aufgestellt ist und sich die Aufteilung von Erwerbs- und unbezahlter Care-Arbeit leisten kann, erlebt die Herausforderungen möglicherweise anders als jemand, der auf ein Teilzeitpensum angewiesen ist, um Beruf, Familie und Privatleben unter einen Hut zu bringen. Auch hier braucht es unterschiedliche Perspektiven, damit Anliegen nicht übersehen werden.

Natürlich bedeutet das nicht, dass ältere Mitglieder die Interessen jüngerer Menschen nicht verstehen oder vertreten können. Viele haben sich über Jahre für bessere Arbeitsbedingungen eingesetzt und damit wichtige Grundlagen geschaffen. Aber die Erfahrungen und Prioritäten der verschiedenen Generationen sind nicht immer dieselben. Und gerade deshalb ist es wichtig, dass alle zu Wort kommen.

 

Wenn ihr wollt, dass eure Anliegen Gehör finden, bringt sie ein. Sagt uns, was euch beschäftigt, was sich in der Arbeitswelt ändern muss und wo ihr Handlungsbedarf seht. Bringt eure Ideen ein und helft mit, die gewerkschaftliche Arbeit mitzugestalten.

Ihr müsst dafür nicht gleich ein Amt übernehmen oder euch zu einem langjährigen Engagement verpflichten. Jeder Beitrag zählt – sei es eine Rückmeldung, eine Diskussion oder die Bereitschaft, bei einem konkreten Thema mitzuarbeiten.

Eine Gewerkschaft kann sich nur dann weiterentwickeln, wenn sich auch ihre Mitglieder weiterentwickeln und neue Perspektiven einbringen.

 

Der SEV vertritt euch. Helft mit, dass er auch eure Anliegen kennt.

 

Hast du einen Kommentar oder eine Frage zum Artikel? Schicke eine Mail an den/die Autor:in oder an